Trauerredner

Bernd Pape

Wie kommt man dazu / darauf als Trauerredner tätig zu sein?

So, oder ähnlich, werde ich immer wieder von Angehörigen, aber auch Freunden, Bekannten, Fremden, Gästen einer Trauerfeier usw. gefragt!

Dazu MUSS ich an dieser Stelle ein wenig ausholen: Zunächst einmal stamme ich aus einer „katholischen Familie“, war nach meiner Kommunion viele Jahre Ministrant in unserer Kirchengemeinde. Da gab es noch einen Pfarrer zu dem man einen Bezug hatte, den man kannte, ja den man sogar „ansprechen“ konnte! In der kirchlichen Jugendarbeit bin ich aufgewachsen, war sehr viele Jahre Pfarrjugendleiter, im Gemeinderat etc., also schon recht aktiv!

Als meine Frau – sie ist von Hause aus evangelisch – und ich 1993 geheiratet haben, war diese „Mischehe“ absolut weder Problem, noch Thema für unseren Pfarrer, der mich, und den ich, schon Jahrzehnte kannte! Unser Sohn wurde in der gleichen Kirche, in der meine Frau und ich heirateten, getauft. Er ging zur Kommunion, wurde ebenfalls Ministrant.

Ich erzähle das bewusst ausführlich, um nicht den Eindruck zu erwecken, ich wolle als freier Redner auf die großen Kirchen „eindreschen“, oder diese Institution grundsätzlich schlecht reden, nein das ist weiß Gott nicht mein Ziel, noch meine Absicht!

Aber schauen wir uns einmal um in unserer Welt. Kirchen werden geschlossen - gerade hier im Ruhrgebiet -, Gemeinden zu Größenordnungen zusammengelegt, die ein Pfarrer allein gar nicht von der Seelsorge her „schaffen KANN“! Priesternachwuchs gibt es immer weniger, vieles wird auf das Ehrenamt verlagert, was bleibt da an Zeit für das einzelne „Schäfchen“ der so großen Herde übrig?

Wie intensiv ist Seelsorge, der persönliche Draht - ja so wie es früher einfach war - zu den Gläubigen überhaupt machbar! Ich weiß aus unterschiedlichsten Quellen von kirchlichen Trauerfeiern, die zwischen 6 und 10 Minuten dauern, weil es im Grunde fließbandartig gehen muss, denn die nächsten warten ja schon!

Ist das würdiger Abschied? Will man das für sich selbst? Für die Angehörigen?
Schnell ein paar Bibeltexte und Namen eingefügt, die zum Teil sogar noch falsch sind. Kaum ein Wort zu der / dem Verstorbenen, Musik von der Orgel, weil das so muss, obwohl das an sich gar nicht gewollt ist, sondern doch viel mehr das Lieblingslied der Person, um die es geht? Aber einen Schlager, oder gar Rock zur Beerdigung?
Ja warum denn nicht, ich sage und finde ALLES GEHT!

Es ist eine Feier die man nicht wiederholen kann, darum sollte alles so sein wie man es für sich eben möchte!

In meinem Berufsleben als Versicherungskaufmann bin ich zu manch einer Beerdigung aus dem Kreise meiner Geschäftspartner + Kunden gewesen, und das in unterschiedlichsten Glaubensrichtungen, Gegenden, Städten und im Kleinen, aber auch großen Rahmen!
Dabei habe ich durchaus würdevolle Trauerfeiern erlebt, aber, um es offen und ehrlich zu sagen, noch öfter habe ich mir so gedacht: „Was wird da vorne eigentlich geprochen?“
Kein Blick auf das Leben der Person, auf Angehörige zum Teil gar nicht zugeschnitten, noch diese mal mit Namen angesprochen, Namen falsch wiedergegeben, etc..

Mein Fazit daraus war schon vor Jahren, das kann und muss man besser machen, diejenigen um die es geht, aber auch die Menschen die dort sitzen, sie haben einfach was „ANDERES“ verdient, wie gesagt die Idee hatte ich schon lange!

Seit dem Jahr 2017 setze ich das – in Kooperation mit einigen Bestattungsunternehmen – in die Praxis um!
Und wenn Sie / Ihr einen Blick in die Referenzen auf diese Seite werft, wird es sehr deutlich, genau das jetzt zu tun, damit liege ich auf gar keinen Fall falsch!

Denn so viele Menschen, die sich zum Teil gar nicht kennen, können mit ihren Gefühlen, Aussagen und Meinungen, zu dem was ich tue, und bei der jeweiligen Abschiedsfeier „abgeliefert“ habe, nicht irren oder?

Es sind meine Worte für Menschen!

Presse Kommentare